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Gemeinsam Stadt Gestalten

  • 5. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Ende 2025 starteten wir in Jüterbog ein offenen Beteiligungsprozess mit einer zentralen Frage: Wie wollen wir hier in Zukunft leben, und was braucht eine solidarische, lebenswerte Stadt? Aus ersten Plakaten, Postkarten und Einladungen wurden drei aufeinander aufbauende Zukunftswerkstätten – von der Kritik über die Utopie bis zur Realisierung.


1. Kritikphase

Hinschauen, aussprechen, sammeln


Im November 2025 kamen rund 20 Menschen aus Jüterbog zur ersten Zukunftswerkstatt zusammen. In einer offenen, vertrauensvollen Atmosphäre wurde ausgesprochen, was oft nur im Alltag mitschwingt: Wo hakt es in der Stadt? Was fehlt? Was macht das Zusammenleben schwierig?An mehreren Thementischen wurden Erfahrungen geteilt, Probleme benannt und erste Wünsche formuliert. Schnell kristallisierten sich drei große Themen heraus: der Umgang mit den Folgen des Klimawandels, fehlende Orte für Begegnung und Gemeinschaft sowie die Frage, wie Leerstand sinnvoll, mutig und nachhaltig genutzt werden kann. Diese Kritikphase legte das Fundament – sie machte sichtbar, was viele bewegt, und zeigte, wie viel Gestaltungswille in Jüterbog steckt.


2. Utopiephase:

Groß träumen, ohne Grenzen denken


In der zweiten Zukunftswerkstatt stand das Weiterdenken im Mittelpunkt: Wenn alles möglich wäre – wie könnte Jüterbog dann aussehen? Unter dem Motto „Alle dürfen mitmachen, es gibt genug Geld, wir denken ohne Grenzen“ entwickelten Teilnehmende Ideen für eine andere, bessere Version ihrer Stadt. Es entstanden Visionen für neue Begegnungsorte, Räume für Kultur und gemeinschaftliches Arbeiten, Kinder- und Jugendangebote, lebendige Straßen und Plätze, kreative Nutzung von Leerstand sowie eine grünere, klimaangepasste Stadt mit mehr Schatten, Aufenthaltsqualität und sicheren Wegen. Die Utopiephase machte deutlich: Es mangelt nicht an Ideen – es mangelt an Strukturen, Zeit und Räumen, um sie umzusetzen.


3. Realisierungsphase:

Aus Ideen werden Schritte


In der dritten Werkstatt – der Realisierungsphase – wurden ausgewählte Ideen weiter konkretisiert. Welche Projekte lassen sich als erstes anstoßen? Welche Schritte sind notwendig, wer kann mitmachen, welche Ressourcen werden gebraucht? Hier verschob sich der Fokus vom „Was wäre, wenn …?“ hin zu „Wie fangen wir konkret an?“.Gleichzeitig wurde klar, dass es für diesen Weg mehr braucht als einzelne Treffen: Es braucht eine dauerhafte Struktur, Ansprechpersonen und Orte, an denen Beteiligung stattfinden kann. In dieser Phase verdichtete sich die Idee, Räume zu schaffen, die Jütopia langfristig trägt, Verantwortung bündelt und Zusammenarbeit ermöglicht.





Räume, Verein, gelebte Utopie


Wie ein roter Faden zog sich durch alle drei Werkstätten der Wunsch nach nutzbaren Räumen: für Begegnung, Kultur, Austausch, gemeinsames Arbeiten und Ausprobieren. Die Suche nach solchen Orten und die Überzeugung, dass sie die Grundlage für gelebte Demokratie und Beteiligung sind, wurde zu einem zentralen Ergebnis des gesamten Prozesses.Aus der Abfolge von Kritik-, Utopie- und Realisierungsphase entstand so mehr als ein Beteiligungsformat: Jütopia wurde zu einem Netzwerk von Menschen, die ihre Stadt weiterdenken wollen – und zu der Einsicht, dass ein Verein und konkrete Räume notwendig sind, damit aus Zukunftsvisionen echte Projekte werden können.



Das Projekt Jütopia wurde gefördert durch den Gemeinschaftsfonds Zukunftswege Ost und bildet heute einen wichtigen Ausgangspunkt dafür, dass aus Zukunftsbildern gelebte Utopie in Jüterbog wird.

 
 
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